Für den neutralen Bundesligainteressierten ist der Abstiegskampf ja seit Jahren der letzte Rettungsanker in Sachen Spannung. Die Bayern marschieren an der Spitze vorne weg und sichern sich spätestens im April die Meisterschaft. Also was bleibt Fans und Medien anderes übrig, als sich über das Geschehen im Tabellenkeller auszulassen. Szenarien werden durchgespielt, Mannschaften für tot erklärt, auf wundersame Weise wiederbelebt und Experten nennen die Gründe für den Niedergang oder die nicht mehr für möglich gehaltene Trendwende. Für die Spieler und Fans der abstiegsbedrohten Vereine ist die Situation vor allem eins: Nervenaufreibend.
Wer kennt die Bilder nicht? Unruhige Zuschauer, die öfter die Spielstände auf den Plätzen checken, als auf das Spiel ihrer Mannschaft zu schauen oder Männer die nach einer Niederlage literweise bittere Tränen vergießen, weil Hoffnungslosigkeit breitmacht.

Mit einer ordentlichen Portion Respekt kam ich damals zu meinem ersten Herrentraining, denn die ein oder andere Landesligalegende war ja noch dabei. Ich war ungewöhnlich spät an diesem Tag und als ich die Kabine kam, war ich zwischen den bereits anwesenden Spielern ganz schön eingeschüchtert. Zwischen den sachlichen Gesprächen wurde ich kurz gemustert, aber so richtig Notiz nahm keiner von mir. "Mein" Platz in der Kabine war belegt, also zog ich von Dannen in die Gästekabine. Nachdem ich mit den anderen Nachwuchskickern Bälle und Trainingsmaterialien auf den Platz gebracht hatte, reihten wir uns beim 4 gegen 2 ein. Angespielt wurde ich nur im Notfall. Nach einiger Zeit dann doch mal der Ball bei mir und zack, Tunnel gegen eine der Legenden. Es schien zu helfen, denn gleich kam der Ball wieder zu mir. Schritt zum Ball, den passe ich nach...RUMMS...schon lag ich. Mein lieber Mann, diese Lektion hatte ich gelernt. Man schwamm somit im ersten Training, bekam auch mal ein Lob, aber meistens bellte irgendwer Befehle und ich wusste, dass die Jungendzeit zu Ende war. Für den Kader der Ersten reichte es für viele Jugendspieler wie mich lange nicht, wir spielten Zweite und waren froh, wenn wir nach dem Spiel noch bei der Ersten auf die Bank durften, wo - ich zumindest - meistens 90 Minuten stillschweigend saß. Nach Monaten gehörte ich dann erstmals zum Kader der Ersten und war froh, wenn die Legenden meinen Namen kannten und in der Kabine mit mir sprachen. Wenn es für ein paar Minuten Einsatzzeit gereicht hat, war der Sonntag gerettet.

Weit nach Abpfiff saßen wir mit einem Bier in der Breitenberger Abendsonne. In dieser Kreisligaromantik versprach ich ihm, diesen Spielbericht zu widmen. Ca. 45 Minuten vorher in der Nachspielzeit der Partie legte er einen Lauf hin, wie einst Lothar Matthäus gegen Jugoslawien bei der WM 1990 in Italien. Über den halben Platz des Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadions hatte Matthäus den Ball getrieben und am Ende des Sololaufs unnachahmlich in die Maschen gejagt. Bastian Vogt hatte sich den ganzen Platz vorgenommen, alle Gegenspieler in seiner typischen Art stehen lassen und am Ende dieser tollen Aktion stand zum Glück nicht das wohl spielentscheidende 2:1 für Bastis Breitenberger, sondern ein Fehlpass in die Füße seines Kumpels Thomas Henkel. Ich hatte gedanklich schon abgeschlossen: "Ausgerechnet Basti", schoss es mir durch den Kopf, als er frei vor Florian Möller stand.

Der JSG HarzTor, in Person von Kevin Oppermann, ist es nach zahlreichen, durchaus langen und intensiven Gesprächen gelungen, Sebastian Gatzemeier zurück ins Boot zu holen. Durch die zukünftige Neuausrichtung in der JSG, ist die Personalie elementar wichtig. Kevin konnte Sebastian am Ende mit dem neuen Konzept und der anstehenden Strukturveränderung überzeugen, mit ihm zusammen an der Zukunft der JSG HarzTor zu arbeiten.
"Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht nur die Hilfe aller Trainer und Funktionäre brauche, um unsere Ziele zu erreichen, sondern auch was die Aufgabe als Jugendleitung angeht. Ich bin sehr froh das Basti zugestimmt hat, sodass wir als Team, nun die entsprechenden Hebel in Bewegung setzen können. Wir sind beide von dem neuen Konzept total überzeugt", so Oppermann.

Nachdem man tags zuvor beim Pfingstturnier in Bad Sachsa einen beachtlichen 3. Platz belegen konnte, wurde Pfingstsonntag das Turnier in Osterode überlegen gewonnen.
In Hin- und Rückspiel traf man im Osteroder Jahnstadion auf die Mannschaften des VfR Osterode1, der JSG HöhBernSee, der TSG Bad Harzburg und der Eintracht aus Northeim.
Überlegen wurden alle Spiele verdient gewonnen und so stand man am Ende ungeschlagen und mit 32:0 Toren als Sieger fest.
Das Trainerteam um Lutz Naumann, Florian Albisser, Ali Deari und Mario Wey möchten sich auch hier bei den Ausrichtern, dem VFB Südharz und dem VFR Osterode, bedanken. Beide Turniere waren eine runde Sache, gerne kommen wir wieder.