Nachdem sich der Siegtorschütze Niclas Luthin durch die Jubeltraube seiner Mitspieler gekämpft hatte, führte sein Weg zur Ersatzbank. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht zeigte er auf Torwarttrainer Marcel Bernhardt, der ihm wenige Minuten zuvor prophezeit hatte, er werde das Spiel heute entscheiden. Dass es so kam und die erste Herren im vierten Spiel den ersten Dreier der laufenden Spielzeit einfuhr, rundete den Sonntag für alle HarzTor-Anhänger ab. Nach dem wetterbedingten Spielausfall am Freitag beim Nikolausberger SC, lieferten sich die Eintracht aus Hahle und der SCH bis zum Abpfiff einen erbitterten Kampf um die Punkte.

Die Gäste erwischten auf der Lauterberger Augenquelle den besseren Start. Die Schuller-Elf hingegen hatte Schwierigkeiten den Ball geordnet nach vorne zu spielen. Nach wenigen Sekunden setzte Maximilian Müller eine Bogenlampe auf das Netz von Florian Möller (2. Minute). Die Heimelf löste sich nach zehn Minuten erstmals aus der Umklammerung. Innenverteidiger Vincent Rudolph spielte einen öffnenden Diagonalball auf Serhat Akdas, der Alexander Heitmüller am rechten Flügel mitnahm. Der Ball gelangte über Umwege wieder zu Akdas, dessen Abschluss landete fernab des Tores im oberen Fangzaun (11.).
Spielbestimmend blieb weiterhin die Eintracht, weil sie zielstrebiger zweite Bälle eroberte und insgesamt gradliniger agierte. Folgerichtig erzielte Niklas Gödecke die verdiente Führung. Ein langer Ball wurde per Kopf in den Lauf von Gödecke verlängert, der viel zu frei in den Strafraum eindringen konnte und Möller keine Abwehrchance ließ - 0:1 (22.).
Der SCH war um den schnellen Ausgleich bemüht, hatte aber - fast schon wie gewohnt - Probleme im letzten Spieldrittel Chancen zu kreieren. Abschlüsse von Max Sommerfeld aus der Distanz und per Kopf nach einer Giesecke-Ecke blieben ungefährlich (25. und 28.).
Danach verfiel die Mannschaft von Kapitän Thomas Henkel ins alte Muster. Viele Ballverluste und eine teilweise fahrige Spielweise führte fast zum 0:2. Raphael Kopp war urplötzlich frei durch, fand allerdings in Möller seinen Meister, der per Fußabwehr schlimmeres verhinderte (35.).
Die Schlussphase der ersten Häfte gehörte nun wieder den Gastgebern. Eine schöne Spielverlagerung brachte die Eintracht-Abwehr durcheinander. Stefan Gebauer überließ für den mitgelaufenen Giesecke, dessen Hereingabe über Umwege bei Heitmüller landete, der den Ball nicht entscheidend Richtung Tor bringen konnte (36.).
Zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Halbzeit erzielte HarzTor den Ausgleich. Über den Startelf-Debütanten Alexander Lampe gelangte das Spielgerät am rechten Flügel nach vorn. Akdas servierte per maßgenauem Querpass dem mitgelaufenen Stefan Gebauer, der kaltschnäuzig einschob (40.). Dem erneut laufstarken Neuzugang merkte man die Erleichterung über sein erstes Saisontor deutlich an.
Das Unentschieden zur Halbzeit ging aufgrund der besseren Schlussphase des SC in Ordnung. Die Gäste hatten in der Offensive die klareren Chancen, die Heimelf arbeitete sich mit zunehmender Spielzeit zurück in die Partie.

Ausgeglichen startete die zweite Hälfte. Die erste Offensivaktion hatte Gebauer, dessen Schuss mit dem schwachen linken Fuß knapp am Tor vorbei strich (48.). Beide Teams verlegten sich fortan auf teilweise hart geführte Zweikämpfe. Die Folge waren viele Unterbrechungen, neben und auf dem Platz wurde hüben wie drüben viel lamentiert.
Hahle-Torjäger Raphael Kopp hatte nach einer Ecke die erneute Führung auf dem Fuß. Sein Schuss aufs kurze Eck verfehlte das Tor um nur wenige Zentimeter. Möller wäre wohl ohne Chance gewesen (52.). Ein goldenes Händchen bewies Trainer Schuller mit der Einwechslung von Luthin in der 57. Minute, denn nur neun Minuten später ließ Luthin Bernhardts Prophezeiung wahr werden. Vorausgegangen war eine schnelle Balleroberung nach einem Hahler Einwurf. Akdas vernaschte drei Gegenspieler und passte auf den am Strafraum lauernden Luthin. Trotz leicht missglückter Ballannahme schlawienerte sich der kleine Dribbler vorbei an Feldmann und chippte den Ball zum 2:1 ins Netz (66.). Das Spiel war gedreht und die Weichen standen nun auf Sieg. Die zuvor etwas müde wirkenden Gäste wollten sich aber nicht kampflos ergeben und stemmten sich bis zum Abpfiff aufopferungsvoll gegen die Niederlage.
Kurz nach dem Führungstreffer musste Möller den direkten Ausgleich verhindern. Bei einem Schuss aus spitzem Winkel riss Möller die Fäuste hoch und wehrte ab (70.). Die Schlussviertelstunde entwickelte sich zu einer wahren Abwehrschlacht, denn die Hahler schlugen immer wieder lange Bälle Richtung Strafraum, gefährliche Abschlüsse gab es aber nicht zu verzeichnen.
Die Nachspielzeit lief bereits, als die Gäste nochmal eine Ecke erzwangen. Diese schien verunglückt zu sein, denn sie kam flach auf den ersten Pfosten. Doch wie in einem Flipperautomaten flog der Ball unkontrolliert durch den Strafraum und flog letztendlich bedrohlich Richtung Tor, wo der seit Wochen überragende Möller die Übersicht behielt und den Sieg festhielt.

Unter erleichtertem Jubel beendete Schiedsrichter Wallmeier die Partie. Die kämpferisch geschlossene Mannschaftsleistung war wieder einmal das Ass im SC-Ärmel, dazu das glückliche Händchen von Kenneth Schuller und ein sicherer Rückhalt im Tor sorgten für den ersten Saisonsieg. Mit sechs Punkten aus vier Spielen (dabei ungeschlagen) ist der Saisonstart geglückt. Zurzeit belegt HarzTor den sechsten Tabellenplatz. In der kommenden Woche genießt der SC eine "Bye Week" wie es die Footballer nennen. also eine spielfreie Woche.
Am 01.09. steht das Auswärtspiel gegen die Reserve des Tuspo Petershütte auf dem Spielplan. Anpfiff ist um 18:30 Uhr.

Für den SC spielten: Möller - Giesecke, Panagiotudis, Rudolph, Lampe (54. Wiegand) - Sommerfeld, Henkel - Heitmüller, Gebauer - Akdas (75. Dierks), Diaby (57. Luthin)